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Paradies

Wie sieht es in Ihrem Garten aus?
Haben Sie viele Nützlinge wie Vögel, Florfliegen, Marienkäfer, Frösche, Erdkröten, Igel, Schwebfliegen, Spinnen, usw. in Ihrem Paradies?
Nun, dann möchte ich Ihnen dazu gratulieren! Aber warum erfreuen Sie sich ganz alleine an diesen Schönheiten? Vielleicht haben Sie auch Kinder und / oder Enkelkinder, denen Sie die Natur näher bringen können. Es gibt viele Kinder, die nicht das Glück haben Natur aus der Nähe zu erleben und zu begreifen. Haben Sie in Ihrer Nähe einen Kindergarten oder Kitaladen ohne „Naturtummelwiese?“ Könnten sie dort nicht einmal vorbeischauen und eine Gruppe in Ihren Garten einladen? Jetzt schlagen Sie sicher die Hände über den Kopf zusammen und halten mich für total verrückt.
Vor einigen Wochen war ich zu einer Bundestagung in Fulda. Dorrt ging es darum: Schul- und Kitagruppen in Kleingärten zu integrieren. In Hildesheim läuft dazu ein Pilotprojekt mit einer (?) Kitagruppe in einer Kleingartenanlage. Jetzt werden sie sagen: „Meine Güte dieser Lärm und Krach, das fehlt mir noch, wir wollen unsere Ruhe haben!“ Ich sage Ihnen: Ruhe haben wir später noch genug unter dem grünen Rasen. Jetzt müssen wir etwas für den Nachwuchs tun, Interesse wecken, Zusammenhänge aus und in der Natur erklären. Die Kitagruppe in Hildesheim bekam einen ganzen Garten zur Pacht, einen Garten, der schwer vermittelbar war. 200 qm für die Gruppe war ideal.
Na, Vorstände wie sieht es in Ihrer Anlage aus? Wäre das nicht etwas für Sie?
Die Kinder wären unter der Woche nur vormittags im Garten, am Wochenende nie, so daß die Kolonieruhe gewährleistet wäre. Sie könnten kleine Beete mit Radieschen, Bohnen und Sonnenblumen angelegen und alles schnell wachsende beobachten.
Die Gartenfeunde aus Hildesheim halfen mit kindgerechten Arbeitsmaterial, Samen und auch mit Ratschlägen. Eine Matschecke ist auch vorhanden. In einer Buddelkiste wurde ein Stück Teichfolie gelegt, Sand und Wasser dazu gegeben und die Schlacht konnte beginnen. Will die Gruppe lieber „Sandkuchen“ backen, wird die Folie beiseite geräumt und die „Backstube“ ist eröffnet. Aber zurück zu „Ihrer “ Kitagruppe. Machen Sie den ersten Schritt, glänzende Augen und viele Fragen werden Sie entschädigen. Laden Sie übers Jahr verteilt vier- oder fünfmal ein, um den Kinder den Jahresablauf im Garten zu erklären. Das kann an Hand eines Obstbaumes sein, man kann die Blüte, den Fruchtansatz, die Ernte und den Laubfall erklären. Oder der Gemüsegarten mit frühen, mittleren oder späten Ernten, Mischkulturen usw. Bieten Sie Ihren kleinen Gästen Erzeugnisse aus dem Garten an, z.B. Butterstullen mit Schnittlauch oder Radieschen, Marmelade aus der übervollen Speisekammer. Grüne Gurke frisch vom Beet, Grießpudding mit Kirschen vom Baum, der im Frühjahr so schön geblüht hat. Wo man viele Bienen beobachten konnte. Ein Blech mit Pflaumenkuchen würde bestimmt nicht verschmäht werden.
Na, Mut bekommen? Machen sie den ersten Schritt, eröffnen Sie den Kindern Nischen die sie noch nicht kennen, die aber für ihr späteres Leben so wichtig sind. Verständnis wecken für die Zusammenhänge im Kreislauf der Natur. Denken sie doch einmal darüber nach. In Kitas und Schulen wurden Umfragen gemacht, wer Obst- und Gemüsesorten kennt. Frischen Spinat und Kartoffeln kannten wenige Kinder, zeigten aber spontan auf Tiefkühlspinat und Pommes frites. Pfirsiche, Kirschen, Pflaumen kannten sie nur aus Gläser oder Dosen. Von Stachel-, Johannis-, Josta-, Him- und Brombeeren ganz zu schweigen.
Macht doch nachdenklich, oder?